Yascha Mounks”Echt, du bist Jude?”

Mounk stellt in seinem Buch Deutschland dar als gefangen zwischen Antisemitismus und Philosemitismus.

Er ist dabei zugegebenermaßen in den Details nicht immer ganz korrekt (z.B. die Beschreibung der Flugzeugentführung durch Wilfried Böse. Was Mounk erzählt stimmt nur bedingt. Die Teilung der Passagiere fand nicht in Juden und Nicht-Juden statt, sondern in Israelis und Nicht-Israelis, vgl. http://www.haaretz.com/surviving-the-myth-1.95789), betraf also eine politische und nicht eine religiöse oder ethnische Kategorie.

Er beschreibt dabei durchaus interessante Gedanken: so ist es nicht wirklich entscheidend, ob z.B: Zadek seine Erfolge einem übertriebenen Philosemitismus zu verdanken hatte, sondern die Tatsache, dass er sich diese Frage gestellt hat und sich damit nicht sicher sein konnte nur für seine Erfolge gelobt und nur für seine Misserfolge kritisiert worden zu sein.

Im zweiten Teil folgt in der englischen Ausgabe eine Lobeshymne auf New York, in der deutschen ein kritischer Blick auf die (Außen-)Politik, der sich letztendlich um den Kern dreht, dass „Wenn wir ein Deutschland schaffen wollen, in dem Juden sich langfristig wohlfühlen, […] wir ein Deutschland schaffen [müssen], in dem dies auch Menschen tun können, die aus der Türkei, aus Nigeria oder aus Vietnam stammen.“ und dass die „Entscheidung gegen die Migration […] de facto eine Entscheidung gegen das wirtschaftliche Wachstum und gegen den Sozialstaat [ist].“

Damit ist diese Lektüre trotz kleinerer aber eine Empfehlung wert und angenehm geschrieben.

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