Utopien oder Brad Pitt vs. Thomas Moore

Eine perfekte Zukunft ist etwas, was sich wohl die meisten Leute wünschen und erhoffen. (Was hält eigentlich Pessimisten vom Selbstmord ab?)
Wir hoffen auf die Zukunft, weil es der einzige Ort für die auch noch kleinste unserer Hoffnungen ist. (Wie könnte man auch in die Vergangenheit hoffen? Nostalgie? Sowas wie die Matriarchatstheorie?)

Fragt man nach Utopien, mag mancher Akademier sich an den namensgebenden Text von Thomas More “Utopia” aus dem Jahr 1516 erinnern; Menschen die sich noch an die 1970er bis 90er Jahre erinnern werden an Bücher wie “The Fifth Sacred Thing” von Starhawk denken, aber dann… wird es still um die Utopie.

Die deutsche Wikipedia gibt als letzten utopischen Roman “Eine Billion Dollar” von Andreas Eschbach aus dem Jahr 2001 an, die englische Variante endet 2008 mit “Aria”(2001-2008), by Kozue Amano und das große A bringt Utopie, Dystopie und Science-Fiction schon mal in der gleichen Kategorie unter…

Insgesamt, so scheint es allerdings, bestimmt heute die Dystopie unsere Bilder von der Zukunft. Immer mehr Zombie-Filme und -Serien lassen die Menschheit “lebendig” verrotten (eine gute kurze Analyse zur “Evolution” im Zombie-Genre findet sich auf Zeit Online von Andreas Busche), die Finanzkrise hat manch sichergeglaubtes wie eine (Seifen-)Blase platzen lassen, an der Börse kann man dadurch Gewinne machen, dass man auf sinkende Kurse setzt und Romane wie die “Hunger Games“/”Spiele von Panem” von S. Collins haben ein neues Jugendbuch-Genre begründet.

Haben wir die Hoffnung in Wahrheit also schon längst verloren? Wird jemand der Utopien entwirft, und sei es auch nur in einem Roman, nicht für träumerisch und blauäugig gehalten?

Ist der Glaube eines jungen Menschen heute noch nach einer Ausbildung einen Job zu bekommen inzwischen eine Utopie geworden?

Machen wir einfach nur weiter, weil alles andere jedem menschlichen Grundinstinkt widerspricht?

Ist der Glaube, dass ich morgen eine Welt habe, zu der ich erwachen kann am Abend vor dem Ende der Welt eine Utopie?

Ist jemals eine Utopie Wirklichkeit geworden? Ist es nicht ein Widerspruch in sich von einer realisierbaren Utopie zu sprechen?

Und doch sind vielleicht manche Utopien schon Wirklichkeit geworden. (Demokratische Systeme, Flug zum Mond, Entdeckung von Penicilin, Ausrottung der Pest in Europa?)
Ist es nicht ein gutes Zeichen, dass wenn man “Utopia” dem großen G in den Rachen wirft eine Homepage erscheint, die es sich zum Ziel gemacht zu haben scheint Utopien zu verwirklichen? (http://www.utopia.de/)

Und selbst wenn der Blick in die Vergangenheit zeigen mag, dass man die Verwirklichung eigener Utopien meist nicht mehr mit erlebt, stärkt es doch die Hoffnung, dass die Dystopie nicht als letzter Sieger aus dem Kampf hervor gehen wird.

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